Eine schöne Rundwanderung im Zwergli-Land mit Hüttenzauber. Achtung, das Postauto fährt nur zwei Mal am Tag (2024)!
Dauer: 3 Std. 10 Min. (SAC-Norm, netto)
Distanz: 5,2 km
659 m rauf / 659 m runter
weiss-rot-weiss, relativ einfach, Trittsicherheit und Ausdauer
Karte
Gorezmettlen / Gitzichrummenflue (Postautohaltestelle) (1613 m) - Sewenhütte (SAC) (2150 m) - Alp Rieter (1900 m) - Gorezmettlen / Gitzichrummenflue (Postautohaltestelle) (1613 m)
Sewenhütte (SAC) (2150 m)
Leider ist nicht Frühling, sondern September...
Wanderbericht
Wanderung vom Freitag, 20. September 2024
Leider hat es am Samstag, 14. September 2024 stark geschneit. Einige Berghütten mussten sogar kurzzeitig schliessen. Im Gebiet der Sewenhütte lag der Schnee zum Teil 60 cm hoch. Ich musste mich also mit der Wanderung etwas gedulden. Am Freitag, 20. September 2024 war meine Geduld zu Ende. Ich hatte Glück, es gab zwar noch viele Schneeflecken, aber der Weg war grösstenteils schneefrei. Trotz herrlichem Wanderwetter war ich erstaunlicherweise ganz allein unterwegs. Vielleicht lag es auch an meinem frühen Start.
Parkplatz Gitzichrummenflue/Gorezmettlen
Dies ist der offizielle Parkplatz der Sewenhütte. Er liegt am Goretzmettlenbach. Auf dem Wanderwegweiser steht Gitzichrummenflue. Die Postautohaltestelle heisst aber Goretzmettlen! Sie befindet sich ca. 100 m nach der Brücke.
Wanderwegweiser Gitzichrummenflue
Gemäss Wanderwegweiser dauert der direkte Aufstieg 1 Stunde und 35 Minuten. Über die Alp Rieter dauert er 2 Stunden.
Ich startete um 8:00 Uhr beim Parkplatz Gitzichrummenflue/Gorezmettlen, dem offiziellen Parkplatz der Sewenhütte. Der Parkplatz ist relativ klein und während den Sommerferien gut besetzt. Dort gibt es auch eine Postautohaltestelle (Gorezmettlen). Achtung, das Postauto fährt nicht oft. 2024 fuhr es nur zwei Mal am Tag.
Goretzmettlenbach und Bärenhorn (2931 m)
Super, die Hütte ist offen!
Zwergliweg
Die Zwergli sollen ablenken, denn gleich wird es steil.
Zuerst geht es auf der Schattenseite steil durch den Tannenwald hoch. Die Wurzeln der Bäume ersetzen die Treppen. Überall hat es auf Holzpflöcke gemalte Zwergli. Einige lachen und andere machen einen Lätsch. Wie Zwergli so sind...
Aufstieg im Tannenwald
Der Weg ist steil, aber gut begehbar.
Berge auf der anderen Talseite
Von links nach rechts: Fleckistock (3416 m), Stucklistock (3313 m), Gross Griessenhorn (3201 m) und Chli Griessenhorn (2852 m).
Über der Waldgrenze
Blick in Richtung Sustenpass.
Oberhalb der Baumgrenze begrüssten mich die ersten Sonnenstrahlen. Die Sicht auf die umliegenden Berge und das Meiental wird immer besser. Es bleibt steil, aber der Weg ist gut unterhalten und nirgends ausgesetzt.
Bergpieper (Anthus spinoletta)
Auf dem ganzen Weg wurde ich von Vögeln begleitet. Neben Meisen, Tannhähern und Alpendohlen sind mir vor allem Bergpieper aufgefallen.
Monduntergang
Der Mond steht genau zwischen dem Sustenlochspitz (2785 m) und dem Wendenhorn (3023 m).
Sewenhütte
Und plötzlich taucht die Berghütte auf.
Die Sewenhütte sieht man erst wenn man oben ist, egal von welcher Seite man hochsteigt. Umso grösser ist die Freude, wenn sie plötzlich auftaucht. Sie liegt auf einem kleinen Plateau und hat eine schöne Aussichtsterrasse.
Grassengrat
Bärengruebenköpfli (2887 m) (Mitte) und Bärenhorn (2931 m) (ganz rechts)
Die Qual der Wahl an der Kuchentheke
Ich wurde von der Hüttenwartin herzlich empfangen. Der selbstgemachten Nusstorte konnte ich nicht widerstehen. Sie war himmlisch!
Meiental mit Rienzenstock (2962 m)
Auf der Terrasse hat man einen schönen Blick in Richtung Meien/Wassen.
Wanderwegweiser bei der Sewenhütte
Sewenhütte
Ich nehme Abschied. Schön war es hier oben. Bis bald wieder einmal.
Als mir die Hüttenwartin erzählte, dass sie vor einigen Tagen beim Hochsteigen über die Alp Rieter teilweise bis zur Hüfte im Schnee einsank, machte ich mir etwas Sorgen. Zu Unrecht, denn der Schnee lag nur noch neben dem Wanderweg.
In der Nähe der Hütte gibt es einen schönen Bergsee, den Sewensee. Man kann ihn auf dem ‘Sewenalp Rundweg’ umrunden (1 Std. 45 Min.).
Sewensee, Spitzplanggenstock (2822 m), Miesplanggenstock (2874 m), Schafschijen (2840 m) (der höchste Punkt auf dem Foto)
Auf ein erfrischendes Bad verzichte ich dankend...
Der Abstieg über die Alp Rieter und Gitzichrummenflue ist weniger steil. Gemäss Wanderwegweiser dauert er 1 Stunde und 10 Minuten. Mir hat er sehr gut gefallen. Zuerst hat man einen schönen Blick in Richtung Meien/Wassen und im Wald duftet es herrlich nach Harz - fast wie im Engadin.
Rechts von der Mitte, vor den weissen Wolken: Sewenstock (2818 m) und Hoch Sewen (2965 m)
Blick zurück.
Riezenstock (2962 m)
Blick in Richtung Meien/Wassen.
Die höchste Erhebung ist das Wendenhorn (3023 m)
Blick in Richtung Sustenpass.
Alp Rieter (1889 m)
Gleich beginnt der Färnigwald.
Färnigwald
Herrlich, wie es hier nach Baumharz duftet!
Im Bereich Gitzichrummenflue hat man mit viel Aufwand einen neuen Wanderweg gebaut. Nun kommt man direkt zum Parkplatz, bzw. zur Postautohaltestelle Gorezmettlen. Früher musste man die Sustenpassstrasse überqueren und auf der anderen Seite der Strasse zum Parkplatz wandern.
Gitzichrummenflue
Bis zum Parkplatz sind es nur noch ca. 15 Minuten.
Nach dem Knipsen der Umgebung beim Parkplatz verschwand die Sonne hinter dicken Wolken. Was für ein Timing!
Obwohl der Aufstieg recht steil war, hat mir die Wanderung extrem gut gefallen. Lag es am netten Gespräch mit der Hüttenwartin, der Nusstorte, dem Glück mit dem Schnee oder war ich einfach gut drauf?
Vielleicht werde ich nächstes Jahr einmal von Meien zur Sewenhütte hochwandern und mit dem Postauto zurück fahren.