Gross Aubrig
Sattelegg - Egg - Wildegg - Gross Aubrig - Unter Alten - Sattelegg
Dauer: ca. 3 Std. 30 Min.
Distanz: ca. 12,7 km
Höhenmeter: 770 m rauf / 770 m runter
Anforderungen: weiss-rot-weiss, T3
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Karte
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Sattelegg (1190 m) – Egg (1349 m) – Wildegg (1505 m) –
Gross Aubrig (1695 m) – Unter Alten (1308) – Sattelegg (1190 m)
Diashow mit weiteren Fotos dieser Wanderung
Wanderbericht
Wanderung vom Freitag, 12. Oktober 2018
Routenqual
Betreffend Routenwahl bin ich im Zwiespalt. Der Weg über die Alp
«Unter Alten» ist der nächste. Er ist aber schattig und führt durch
Sumpfland. Ich habe ihn auf dem Rückweg genommen und war nicht gerade
begeistert. Meine Hosen waren bis zu den Waden hoch dreckig, von den
Schuhen will ich gar nicht reden. Andererseits hat das Tal durchaus
auch seinen Reiz. Im Oktober war ich dort ganz allein unterwegs.
Der Weg über Egg und Wildegg ist weiter, bietet aber Sonnenschein
pur und eine traumhafte Aussicht. Nicht umsonst ist man auf dieser
Variante nicht ganz allein unterwegs.
Es muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Route er auf dem
Hin- oder Rückweg nehmen will.
Etappe Sattelegg (1190 m) –
Egg (1349 m) – Wildegg (1505 m)
Der Parkplatz auf der Sattelegg war noch leer, als ich um 9.15 Uhr
mit der Wanderung begann.
An diesem Morgen war ich extrem sonnenhungrig und entschied mich
darum über die Alp Egg zur Wildegg zu wandern, also umgekehrt als
in meiner Karte eingezeichnet.
Alp Egg
Blick auf Euthal und den Sihlsee
Alp Egg
Blick auf Euthal und den Sihlsee
Euthal und Sihlsee
Kurz vor der Wildegg
Um 9.45 Uhr war die Weitsicht in die Berge noch völlig ungetrübt
und ich schoss einige Panoramabilder.
Als ich die leeren Bänke bei der Wildegg erblickte, war ich
geschockt. Der Fahnen war doch hochgezogen!? Keine Panik,
Paula Oetiker-Ott, war in der Küche und bereitete gerade eine
Suppe vor. Sie meinte, bei diesem Wetter sei sie selbst gerne
hier und schwärmte von der herrlichen Aussicht.
Wildegg (1505 m)
Paula Oetiker-Ott rüstet Lauch und unterhält die Gäste
Ich bestellte eine Cola und einen sehr feinen Mandelgipfel. Dann
nahm ich draussen auf einer Bank Platz und genoss die Sonne. Die
Wirtin, Paula Oetiker-Ott, setzte sich zu mir und rüstete Lauch.
Sie kannte meinen Wohnort, Bürglen UR, gut und wir plauderten
angeregt über den Föhn, die Älplerchilbi und die Axenstrasse.
Was für eine nette Begegnung!
Wildegg
Blick auf Euthal und Sihlsee
Etappe Wildegg (1505 m) – Gross Aubrig (1695 m)
Danach begann das Abenteuer Gross Aubrig. Der Weg zum Aufstieg
wurde gerade von einem Bauer mit Mist gezettelt. Wir grüssten
einander schmunzelnd. Jauche stinkt mehr.
Ober Alten (1473 m)
Blick auf den Gross Aubirg
Ein erster Blick auf den Wägitalersee
Vor dem Abstieg geht es zuerst einmal runter, dann rauf und
nochmals runter. Fängt ja gut an! Endlich begann der eigentliche
Aufstieg. Ich staunte, wie steil es den Wald hoch ging. Der Weg
war alle paar Meter weiss-rot-weiss markiert. Teilweise haben
die Wanderstöcke mehr gestört als genutzt. Zum Glück hatte es
überall Steine, Wurzeln oder umgestürzte Bäume, an denen man sich
hochziehen konnte. Im Nachhinein betrachtet, hat der Aufstieg Spass
gemacht. Er ist steil, aber nirgends ausgesetzt.
Aufstieg zum Gross Aubrig durch den Wald
Steil, aber nicht ausgesetzt
Meine Sorge galt mehr dem Abstieg. Ein mir entgegenkommendes Paar
machte mir nicht gerade Mut, denn die Frau schien von der Kraxlerei
nicht gerade begeistert zu sein.
Plötzlich lichtete sich der Wald und es wurde flacher. Auf einem
Hügel sass ein Paar im hohen, vertrockneten Gras. Mehr Leute traf
ich übrigens auf dem Gross Aubrig nicht an. Nach dem Aufstieg war
mir auch klar warum dem so ist.
Blick auf den nahen Gipfel vom Gross Aubrig
Zu meinem Schreck sah ich weiter vorne den eigentlichen Gipfel.
Hoppla, ich bin ja noch gar nicht oben! Für den Gipfeljauchzer
war es definitiv noch zu früh. Kommt nun doch noch eine heikle
Passage? Den Weg konnte ich nicht einsehen und das junge Paar
wollte nicht dort hoch.
Ich diskutierte noch kurz mit ihnen über den Abstieg. Auf meiner
Karte war nämlich noch ein anderer Weg eingezeichnet. Das Paar
wusste von dem Weg, der durch eine Alpweide führt, entschied sich aber für
den Abstieg durch den Wald, denn da könne man sich wenigstens
irgendwo festhalten. Ich hatte ja meine Wanderstöcke dabei und
entschied mich für die Wiesenvariante.
Nach einem Sandwich und einigen Aufnahmen verabschiedete ich mich
von dem Paar und machte mich auf den Weg zum eigentlichen Gipfel.
Dieser war zum Glück relativ einfach und ich konnte nach wenigen
Minuten meinen Gipfeljauchzer rauslassen.
Chli Subrig und Sihlsee
Vom Grashügel neben dem Gross Aubrig
Wägitalersee und Fluebrig
Vom Grashügel neben dem Gross Aubrig
Gross Aubrig
Vom Grashügel neben dem Gross Aubrig
Chöpfenberg (Mitte vorne)
Tierberg (Spitz rechts), Bockmattlistock (ganz rechts)
Etappe Gross Aubrig (1695 m) – Unter Alten (1308 m) – Sattelegg (1190 m)
Die Aussicht war allerdings nicht besser als auf dem Grashügel und
so begann ich schon bald mit dem Abstieg durch die Alpweide. Einen
Weg konnte ich nicht ausmachen. Ich folgte den weiss-rot-weiss
markierten Steinen und war froh, dass der Boden völlig trocken war.
Gross Aubrig (1695 m)
Blick auf den Wägitalersee
Abstieg vom Gross Aubrig über die Alpweide
Im Nu war ich bei der Alphütte beim Punkt «1563 m». Von hier aus
ging es auf einem gut sichtbaren Weg weiter runter, bis zu einem
eigenartigen Wegweiser, der mit samt seinem Fundament, mitten auf
dem Weg stand. Zeigt der noch in die richtige Richtung? Der
in Richtung Sattelegg zeigende Weg war nicht auszumachen. War ich
noch richtig? Ich irrte einige Zeit in der Wiese umher, bis ich
einen weiss-rot-weiss markierten Stein entdeckte. Doch wo war der
Nächste? Irgendwie schaffte ich es schliesslich, den beim Aufstieg
begangenen Weg zu erreichen. Erstaunlicherweise gibt es dort keinen
Wegweiser, der auf diese Variante hinweist. Der Abstieg durch den
steilen Wald ist sicher kürzer. Ich selbst würde wieder über die
Alpwiese runterlaufen.
Beim Punkt «1443 m» bin ich in Richtung Vorderthal abgestiegen.
Der Weg war nass und es war nicht immer möglich, jede Stelle ohne
dreckige Schuhe zu durchqueren.
Hier bin ich in Richtung Dorlaui/Vorderthal abgebogen
Hilfe, wo soll ich hier durch?
Für einen Besuch der Alpwirtschaft Ahöreli war es schon viel zu
spät. Ohne weitere Pausen lief ich über die Alp «Unter Alten»,
in Richtung Sattelegg. Das ganze Gebiet liegt im Schatten vom
Chli Aubrig und war feucht und dreckig. Nach «Unter Alten»
durchquert man sogar ein Moor. An einigen Stellen wurden Bretter
oder Holzstämme ausgelegt. Ohne dreckige Schuhe geht es aber
sicher nicht. Die letzten Meter geht man auf einer Naturstrasse.
Das Moor zwischen der Alp «Unter Alten» und der Sattelegg im Abendlicht
Die letzten Sonnenstrahlen verzaubern das Moor
Als ich die Sattelegg erreichte, war die Sonne schon sehr tief
und das Restaurant lag bereits im Schatten. Der Parkplatz war
nun wieder so leer wie bei meinem Start am Morgen. Als ich mich
für die Abfahrt bereit machte, donnerten die letzten Motorräder
über den Pass. Langsam wurde es kalt.
Fazit
Mir hat die Tour sehr gut gefallen. Vermutlich werde ich das
nächste Mal hin und zurück über die Wildegg gehen. Der Weg ist
weiter, aber man wird von der Sonne verwöhnt. Allerdings ist
der kürzere Hinweg über «Unter Alten» logischer. Darum habe
ich mich auch entschlossen, diese Variante in meine Karte
einzuzeichnen. Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Sattelegg (1190 m)
Restaurant Sattelegg bei Sonnenuntergang