Veloferien mit Bührer Reisen Hirzel

27. September - 18. Oktober 2008

 

 

                                                                       

                                     

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Hier fährt der Chef noch persönlich: Willi Sigrist

 

 

 

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  Abenteuer Jakobsweg 

Bürglen, den 9. November 2008

Ich hatte mich gut auf die Reise vorbereitet. Mit über 7'000 Radkilometern war ich körperlich topfit und vielleicht sogar etwas "überqualifiziert". Vor den Ferien liess ich an meinem Scott Mountainbike noch "Shimano XT" Bremsen, einen Scott Lenkervorbau, Lenkerhörner, eine neue Kette und "Schwalbe Hurricane" Reifen montieren. Die Investitionen haben sich bezahlt gemacht. Ich hatte auf der Tour keinerlei Probleme und die Fahrt mit den "Schwalbe Hurricane" war ein Genuss. Kurz vor der Reise habe ich noch meinen harten Rennradsattel auf dem Mountainbike montiert. Auch dies war eine gute Entscheidung.

Mit 20 Teilnehmern, 3 Radleitern und einem Chauffeur fuhren wir am 27.9.2008 mit dem Bus vom Hirzel nach Le Puy-en-Velay. Am nächsten Tag ging es endlich mit Radeln los.

Da man fast jederzeit in den begleitenden Bus einsteigen konnte war das Teilnehmerfeld fitnesstechnisch sehr gemischt. Wir fuhren in drei Gruppen. In der Gruppe 1 bildete sich schon bald eine separate Spitzengruppe von vier Leuten, die ohne Guide im Schnellzugstempo durch die Gegend irrten. Natürlich war auch ich dabei.

Wegen zwei bis drei kurzen Abschnitten ohne Asphalt war das Mountainbike Pflicht. Ich umfuhr einmal einen solchen Abschnitt und war trotz doppelter Anzahl Kilometer in der Hälfte der Zeit am Ziel. Bei minimaler Streckenänderung könnte man die Tour auch sehr gut mit dem Rennrad zurücklegen. Zugegeben, ich fühlte mich auf dem Mountainbike sehr wohl.

Die Strecke ist sehr wellig und zusammen mit einigen kleineren Pässen kamen auf die 1'636 km erstaunliche 18'910 Höhenmeter zustande. Die Pyrenäen haben wir am neunten Tag über den Ibañeta-Pass überquert (1057m). Er ist problemlos zu meistern und kaum mit einem Pass in der Schweiz zu vergleichen. So richtig steil war es auf der ganzen Strecke nie.

Verpflegt wurde morgens und abends im Hotel und mittags unterwegs beim begleitenden Reisebus - wenn man ihn fand ;-) Da wir fast jeden Tag ein anderes Hotel bezogen, habe ich auch ziemlich viele Kilometer mit dem Trolley-Koffer zurückgelegt. Meistens waren es 3-Stern-Hotels. Zur "Freude" von Elfie manchmal auch mit dickem Teppich auf der Toilette :-)

Der Spagat zwischen Radfahren und Kultur war bei so vielen Tageskilometern nicht ganz einfach. Oft waren die Kirchen am Zielort bereits geschlossen. Doch ich will nicht jammern, Kirchen und ähnliches sah ich genug und schliesslich will man ja auch irgendwann am Ziel ankommen.

Wir fuhren vor allem im spanischen Teil nahe der offiziellen Pilgerstrecke und konnten das Leiden der Wanderer hautnah erleben. Vor Santiago humpelte fast jeder Zweite. Beim Anblick dieser müden Gestalten waren wir uns alle einig, dass wir die Strecke wohl nie zu Fuss zurücklegen werden.

Wir hatten nur wenige Unfälle und Reifenpannen. Leider ist Meinrad Blum aus unserer Spitzengruppe schon in den ersten Tagen wegen einer Unaufmerksamkeit gestürzt. Wie gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt gerade vor ihm fuhr. Was ich nicht wusste, Meinrad besteht zu 90% aus Stahl und konnte nach einer Hauttransplantation wieder weiterfahren.

Mit dem Wetter hatten wir unglaubliches Glück. Obwohl es vor allem in Frankreich zum Teil vor und hinter uns geregnet hat, kam die Gruppe 1 nur für 5 Minuten in den Regen. Kaum hatte ich die Regenhosen an, schien auch schon wieder die Sonne. Ich kann mir übrigens nicht vorstellen länger als 5 Minuten in Regenhosen zu fahren. Es regnete oft in der Nacht, sowie an unserem Ruhetag in Pamplona und auf unserer Busreise nach Finisterre.  Wie gesagt, wir hatten unglaubliches Wetterglück.

Erwartungsgemäss hatten wir auch einige Tage Gegenwind. Hätte man den Apostel Jakobus in Le Puy-en-Velay begraben, könnte man in Santiago de Compostela starten und müsste vermutlich wegen dem Rückenwind dauernd bremsen. Es war im Allgemeinen kühler als erwartet. In Frankreich fuhren wir zum Teil um 9.00 Uhr bei 4-5 Grad los. Da waren lange Hosen Pflicht. Natürlich stiegen die Temperaturen tagsüber, vor allem in Spanien, bis auf 27 Grad.

Erwähnen muss man unbedingt auch die Jagd nach den Pilgerstempeln. Kaum hatten wir den Pilgerpass in den Händen, brach auch schon die Sammelwut aus. Keine Besichtigung einer alten Brücke oder einer zerfallenen Kapelle ohne Stempel. Aber wo ist das Stempelbüro und vor allem,  warum ist es schon geschlossen? Frauen hatten grundsätzlich mehr Stempel als Männer. Vermutlich wegen dem jahrelangen Training mit den ProBon-Markenkarten. In Santiago de Compostela erhielten wir dann zum Dank für unsere Mühe die begehrte Pilgerurkunde. Ich bewundere das Dokument jeden Abend vor dem Einschlafen.

Trotz sehr bequemem Bus war die zweitägige Rückreise mühsam. Meinen dicken 400-Seiten-Notkrimi "Der Zorn der Götter" von Sidney Sheldon hatte ich bereits am ersten Tag gelesen. Danach rettete mich nur noch das Solitär auf meinem Handy. Andererseits bekam man so einen Eindruck von den mit dem Mountainbike zurückgelegten 1'636 Kilometern. Trotzdem, Flugzeug, Schlaftabletten oder Einfrieren wäre mit lieber gewesen.

Fazit: Da diese Reise zum ersten Mal durchgeführt wurde, war es erwartungsgemäss auch ein kleines Abenteuer. Für ca. SFr 6'000 habe ich extrem viel erlebt und mich sehr gut erholt. Die Teilnehmer waren alle freundlich und die Gruppe fehlt mir - einige sogar sehr. Landschaftlich kam ich voll auf meine Kosten und beim Betrachten der Fotos bekommt man etwas Fernweh. Vor allem der französische Teil war eindrücklich. Ich würde die Strecke gerne einmal im Sommer in nur zwei Wochen mit dem Rennrad zurücklegen. Wer organisiert mir dies? Wer kommt mit? Wer schiebt mich?

                                                                          Beat Kronauer

 

 

 

 

                       

 
Frankreich
 
 
 
  Le Puy-en-Velay - Ibañeta-Pass (Pyrenäen)  

 

 

 

 

 

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Radtage: 

Distanz: 

Höhenmeter: 

Gruppe 1: 

Gruppe 2: 

Gruppe 3: 

  16

  1'636 km

  18'910

  77 Std

  88 Std

  97 Std

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Spitze der Gruppe 1

Meinrad Blum      Beat Kronauer      Urs Brandstetter      Walti Niederhäuser

 

Dieses Bild ist ausnahmsweise nicht von mir, sondern von José Hidber.

Dafür bin ich einmal drauf :-)

 

 

 

 

 

 

Die Strecke habe ich in Google Earth eingezeichnet. Die entsprechende kmz/kml-Datei kann man hier herunterladen.

 

 

                                                                                                                                             

                                                                                                                                                                                                                                                        

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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