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Hier entsteht in meiner Freizeit eine neue Seite.

Titel 'Chilcherberge-Seewli-Sittlisalp'

Dauer: ca. 5 1/2 Stunden
Distanz: ca. 11,7 km
Höhenmeter: ca. 1100 m rauf und ca. 652 m runter
Anforderungen: weiss-rot-weiss

Karte

Tourenbericht PDF


Chilcherberge (1165 m) – Seewli (2026 m) -
Seewligrat (2245 m) - Griesstal -
Bergstation Sittlisalp (1619 m)

Tourentagebuch

Tour vom Mittwoch, 12. September 2018

Luftseilbahn Amsteg-Arnisee

Zum Arnisee führen zwei Luftseilbahnen, die eine von Intschi und die andere von Amsteg aus. Amsteg ist für mich näher, dafür muss man von der Bergstation bis zum Arnisee ca. 30 Minuten laufen. Für mich und meinen Begleiter kein Problem, also fuhren wir nach Amsteg.

Über die Grösse des Parkplatzes bei der Talstation der Luftseilbahn Amsteg-Arnisee war ich positiv überrascht. Als wir am Abend wegfuhren, war immer noch die Hälfte belegt. Vermutlich Ferien-hausbesitzer und Gäste.

Die Luftseilbahn lief gerade im Dauerbetrieb. Es ist nur eine 4er-Gondel. Wir fanden bereits in der dritten Gondel Platz. Die Kabine ist klein und zwischen den Türschlitzen sieht man raus. Ich bin mich aber im Kanton Uri an luftigere Seilbahnen gewöhnt. Alles besser als hoch Laufen.

Mittelarni (1300 m) – Arnisee (1370 m)

Die Bergstation befindet sich in Mittelarni (1300 m). Gemäss Wegweiser dauert der Aufstieg bis zum Arnisee ca. 30 Minuten. Wir waren so am Quatschen, dass es mir wie fünf Minuten vorkam. Erst auf dem Heimweg staunte ich, wie weit die Bergstation doch weg ist.

Arnisee (1370 m) – Sunniggrathütte (1978 m)

Arnisee

Arnisee (1370 m)

Der Arnisee ist ein Hingucker und bei Fotografen sehr beliebt. Leider floss viel Wasser in den See und wegen den dadurch entstandenen Wellen spiegelten sich die Berge nicht wie erhofft auf der Wasseroberfläche.

Gleich beim Arnisee geht es relativ steil den Wald hoch. Trotz deutlichem Wegweiser sind wir, im Gespräch versunken, vorbeispaziert, haben aber unseren Irrtum nach wenigen Metern realisiert. Ein Hinweisschild machte uns darauf aufmerksam, dass es in der Sunniggrathütte kein Trinkwasser hat. Aha, ich werde also zum Cola gezwungen. Es gibt Schlimmeres.

Im ersten Drittel trafen wir auf zwei am Boden sitzende Wanderer. Bei einem hatten sich beide Sohlen seiner Wanderschuhe gelöst und er versuchte sie mit einem Taschenmesser vorsichtig ab-zuschneiden. Ob wir die beiden oben nochmals sehen?

Da wir uns viel zu erzählen hatten, verlief der Aufstieg wie im Traum. Plötzlich waren wir oberhalb der Waldgrenze. Ein wunderschönes Gebiet mit Tümpeln und einem kleinen See verwöhnte unse-re Augen. Die Sunniggrathütte war auch schon im Blickfeld – und natürlich das Sunniggrätli, unser eigentliches Ziel.

Sunniggrätli

Sunniggrätli (Sunnig Grat) (2024 m) (ganz links)

Bildmitte: Gross Windgällen und Chli Windgällen mit einem Wolkenbogen.

Während mein Freund die Heidelbeeren genoss, geriet ich ab der herrlichen Bergpracht in einen Fotografierwahn. Die Flora trug schon ihr Herbstkleid und erfreute mein Herz. Nur die Weitsicht war etwas milchig, aber daran hatte ich mich während der letzten Wochen schon gewöhnt.

Sunniggrathütte

Sunniggrathütte (1978 m)

Von der Sunniggrathütte war ich positiv überrascht. Sie ist klein, aber ein Bijou. Wir setzten uns in den Schatten, tranken etwas und genossen die Berge. Vom See her hörten wir das fröhliche Ge-lächter und Gekreische von Kindern.

Sunniggrathütte (1978 m) – Sunniggrätli (Sunnig Grat) (2024 m)

Für einen Mittwoch hatte es überraschend viele Wanderer. Alle waren freundlich und wir hatten einige lustige Gespräche. So macht Wandern Spass!

Sunniggrätli

Sunniggrätli (Sunnig Grat) (2024 m) (ganz links)

Von der Sunniggrathütte bis zum Sunniggrätli sind es ca. 20 Minuten. Der Gipfel ist gut erreichbar und bietet eine prachtvolle Sicht ins Reusstal. Direkt gegenüber liegt das Maderanertal. Links und rechts davon die Windgällen und der Bristen. Noch weiter rechts hat man einen freien Blick ins Felli-tal, hoch bis zur Fellilücke.

Wir genossen die Aussicht und assen etwas aus dem Rucksack. Der Gipfelansturm hatte nachgelas-sen und einige Minuten waren wir sogar allein. Ich trank ausgiebig von meinen 2 ½ Litern mitge-schlepptem Wasser. Mein Freund erklärte mir, dass er nur zwei Trinkflaschen habe, eine mit 5 dl und eine mit 2 dl Inhalt. Als ich ihn fragte, welche er denn dabeihabe, meinte er trocken: «Keine!» Tatsächlich schien er auch nicht zu schwitzen. Er sah in seinem gepflegten, langärmligen Leibchen aus, als ob er auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in einer Bank wäre. Ob es am Sonnenschirm lag?

Nachdem ich jeden Stein fotografiert hatte, machten wir uns an den Abstieg.

Titel 'Panorama'

Sunniggrätli (Sunnig Grat) (2024 m)

Bitte auf Bild klicken.

Sunniggrätli (Sunnig Grat) (2024 m) - Arnisee (1370 m)

Da ich unbedingt über das Leitschachtal runter wollte, begann der Abstieg mit einem Aufstieg. Man muss nämlich zuerst einen Ausläufer vom Langchälengrätli (2095 m) überqueren. Wir waren schnell oben und wurden nochmals mit einer prächtigen Rundsicht verwöhnt.

Danach ging es einen ziemlich steilen, zwischendurch etwas rutschigen Hang herunter. Aber keine Sorge, alles ungefährlich und kein Problem. Auf halbem Weg zum Talboden, beim Punkt Fürggi (1947 m) könnte man zur Leutschachhütte abzweigen. Gemäss Wanderwegweiser erreicht man sie in 1 ¼ Stunden. Für uns kein Thema, nicht nur weil das Gebiet bereits im Schatten lag.

Wenn man den Leitschachbach erreicht hat und früher dran ist, als wir es waren, empfiehlt sich ein kurzer Abstecher zur Alp Furt. Die Älplermakkaronen werden überall gelobt.

Mein Begleiter hatte schon länger Panik. Er befürchtete, dass er mit mir, dem humpelnden Dauer-fotografierer, das letzte Luftseilbähnli nicht mehr erreicht. Obwohl ich ihm versichert habe, dass die letzte Talfahrt erst um 19.00 Uhr ist, machte er Druck. Nix mit Älplermakkaronen!

Der letzte Teil vom Abstieg verläuft entlang des Leitschabaches. Der breite Wanderweg lag bereits im Schatten. Auf dem Höhenweg zum Arnisee wurden wir nochmals von der Sonne verwöhnt.

Als ich meinen hetzenden Freund nach der Uhrzeit fragte, sagte der zu meinem grossen Erstaunen 16.30 Uhr. Dann sollte es wohl auf die letzte Talfahrt reichen, denn wir waren nur noch 30 Minuten von der Bergstation entfernt.

Nun war noch genügend Zeit für einen entspannten Abschlusstrunk auf der herrlichen Sonnenter-rasse des Restaurants Arnisee.

Wir tranken einen alkoholfreien Apfelwein, der sich später als gar nicht alkoholfrei herausstellte, aber ganz hervorragend mundete. Langsam verschwand die Sonne hinter der Bergkrete und es war Zeit aufzubrechen.

Wie anfangs erwähnt, war ich erstaunt, dass die Bergstation so weit entfernt war. Dies hatte aber sicher mit den langsam müden Beinen zu tun. Der Weg lag noch in der Sonne und wir erreichten die Luftseilbahn schneller als befürchtet.

Eine Frau mit ihren zwei Hunden freute sich bereits über uns, denn nun waren wir genug für eine Talfahrt. Zum Glück war einer der Hunde nur so gross wie eine Katze und der andere ein schlanker Windhund. Wir waren alle etwas müde und froh um die Seilbahn.

Die Tour war ein überraschendes Highlight!